Initiative Zukunftswald im Amtsgebiet
Die Buche - Mutter des Waldes

Die Buche - Mutter des Waldes

Piktogramm Buche Blatt

Buchenblatt

Ein Podcast von H.-C. Münnich

Entstehungsgeschichte

Altbuchen an einer Rückegasse inmitten von übermannshoher BuchennaturverjüngungZoombild vorhanden

Restschirm aus Buche und Kiefer an der Rückegasse
(Foto: H.-C. Münnich)

Der nadelholzreiche Ausgangsbestand wurde durch den Waldbesitzer auf forstliche Beratung hin im Schirmschlagverfahren, einem klassischen Waldbauverfahren, in einen klimatoleranten Laubwald umgebaut. Hierzu wurde 1997 zunächst mit dem Harvester eine regelmäßige Erschließung mit Rückegassen erstellt, um den Holzeinschlag der Folgejahre und später boden- und verjüngungsschonend durchführen zu können. Nach behutsam geführtem Vorbereitungs- und Besamungshieb wuchs ohne Zaunschutz eine vitale und stammzahlreiche Buchennaturverjüngung heran.
Buchen- und Fichtenverjüngung vor benachbartem FelsriffZoombild vorhanden

Die Fichte kann mit der Buche nicht mithalten
(Foto: H.-C. Münnich).

Durch einen kräftigen Lichtungshieb im Jahr 2012 wurde die weitere Entwicklung der Naturverjüngung zur Dickung bei noch lichter Überschirmung eingeleitet. Für die gesicherte (dem Äser des Rehwilds entwachsene) Buchennaturverjüngung erhielt der Waldbesitzer im gleichen Jahr eine staatliche Förderung. Ebenso gefördert wurde die Pflanzung von rd. 100 Tannen, die er teils in einem Zaun, teils einzeln mit Drahthosen geschützt in Bestandeslücken eingebracht hat.
Buchenmischwald mit Waldrand im HerbstZoombild vorhanden

Unter dem geschlossenen Kronendach kommt keine Verjüngung an
(Foto: H.-C. Münnich).

Im Südosten grenzt ein noch geschlossener Buchen-Nadelmischwald ohne jegliche Verjüngung an. Die Grenze zu diesem Bestand bezeichnet ein Jurafelsband. Entlang dieser Linie erkennt man genau die positiven Auswirkungen der Lichtgabe im Schirmschlagverfahren. Erst nach Streuumsetzung (Bodengare, Humus) wird der Boden für die Verjüngung fängisch und die Wurzeln der Buchenkeimlinge erreichen den Mineralboden und können heranwachsen.

Naturverjüngung - LWF-Merkblatt 32 Externer Link

Ausblick

Einzelne gepflanzte Tannen in der BuchennaturverjüngungZoombild vorhanden

Frisch gepflegte Tannen
(Foto: H.-C. Münnich)

In den nächsten fünf bis zehn Jahren sollten die letzten überschirmenden Buchen, Fichten und Kiefern über der gesicherten Verjüngung entnommen werden, um dieser das nötige Licht zu geben.
Lediglich einzelne schwer bringbare oder wirtschaftlich uninteressante Grobformen sollten im Bestand als Biotopbäume verbleiben. Dies gilt ebenso für einige Bizarrformen alter Eichen, Buchen und Feldahorne am Waldrand. Der Erhalt von Biotopbäumen und Totholz ist bei zutreffenden Voraussetzungen nach dem Vertragsnaturschutzprogramm förderfähig.
Im nächsten Jahrzehnt gilt es den jungen Buchenwald zielgerichtet auf Stabilität und Qualität zu pflegen (Qualifizierungsphase). Um die einzeln gepflanzten Tannen zumindest als Zwischenständer zu sichern, sind wiederkehrende Pflegeeingriffe notwendig.
Buchenstamm mit FurnierqualitätZoombild vorhanden

Buchenstamm mit Furnierqualität (Foto: Dr. Matthias Jantsch)

Das vorliegende Waldbild führt Waldbesitzenden die enorme Verjüngungsfreudigkeit und Konkurrenzkraft der Buche in unserer Region vor Augen. Der Bestand ist ein gutes Beispiel wie ein ehemals klimaanfälliger Waldbestand mit hohen Nadelholzanteilen nur durch Naturverjüngung in einen klimatoleranten Laubwald umgebaut werden kann.
Durch den langsamen Verjüngungsgang über knapp drei Jahrzehnte konnten die qualitativ besten Buchenstämme noch ausreifen. Ihre astreinen Erdstämme mit 6 Meter Länge aufwärts und Mittendurchmessern von 60 cm und mehr können nun als Buchenwertholz zu guten Preisen vermarktet werden.
Buche mit Spechthöhlen

Das Vertragsnaturschutzprogramm Wald (VNP)
Dieses Förderprogramm des Freistaats Bayern soll dazu dienen, naturschutzfachlich bedeutsame und gefährdete Waldlebensräume und an diese Lebensräume gebundene Arten langfristig zu erhalten. Ferner sind die Entwicklung des Biotopverbundes Bayern (BayernNetzNatur) und der Aufbau des europäischen ökologischen Netzes (Natura 2000) von besonderem Interesse.
Die förderfähigen Maßnahmen reichen vom Erhalt von Biotopbäumen (Bäume mit Höhlen, Horsten und Spalten etc.) und Totholz bis hin zur Fortsetzung oder Wiedereinführung von naturschutzspezifischen Bewirtschaftungsformen.

Nähere Informationen erhalten Sie von unserem Beratungsförster.

Buche mit Spechthöhlen (Foto: H.-C. Münnich)

Anfahrtsbeschreibung

Von Amberg fahren Sie auf der Bundesstraße B 299 in Richtung Neumarkt. Rund 700 m nach Ursensollen biegen sie rechts auf die AS 3 in Richtung Augsberg/Schwend ab. Nach rund sieben km auf der „Hohen Straße“ biegen sie ca. 100 m hinter einer Windkraftanlage links in Richtung Leinhof ab. Nach knapp 400 m zweigt bereits in der Feldflur eine Forststraße links ab. Bitte parken Sie hier ihr Auto im Einmündungsbereich (im BayernAtlas mit P gekennzeichnet; Land- und Forstwirtschaftlicher Verkehr sollte passieren können). Von hier aus geht es zu Fuß weiter. Folgen Sie bitte hierzu der Skizze im BayernAtlas.

Lageplan - BayernAtlas Externer Link