Initiative Zukunftswald Amberg
Tannenzaun zur Wildlingsgewinnung

Die Tanne - Rückkehr einer Königin

Piktogramm Tanne Zapfen

Tannenzapfen

Ein Podcast von H.-C. Münnich

Entstehungsgeschichte

Üppige Tannennaturverjüngung unter Alttannen im Schutz eines ZaunesZoombild vorhanden

Üppige Tannennaturverjüngung unter Alttannen im Schutz eines Zaunes
(Foto: H.-C. Münnich)

Die Tanne als klimastabile Nadelbaumart mit besten Holzeigenschaften, ist in den Wäldern Amberg-Sulzbachs eine Seltenheit. Aus diesem Grund wurde von regionalen Förstern die Idee geboren, Alttannenbestände zu inventarisieren und deren natürliches Verjüngungspotential zu nutzen.
Im Rahmen dieses Projekts hat ein Waldbesitzer 2013 die 600 m² große Fläche um drei Alttannen gezäunt. Ziel war die natürliche Ansamung der Weißtanne ohne jeglichen Einfluss des Wildes. Bereits fünf Jahre nach der Zäunung konnte eine gut entwickelte Tannennaturverjüngung unter den alten Tannen bewundert werden. Neben rund 40 Jungtannen pro m² samten sich im Schutz des Zauns weitere Baumarten, wie z.B. Buchen und Bergahorne, an.
Die Kosten für den Zaunbau beliefen sich auf etwa ca. 5 €/lfm. Weitere 5 €/lfm sind für den Rückbau und die Entsorgung zu veranschlagen.

Wildlinge – ein Geschenk der Natur

Tannenkrone mit zahlreichen ZapfenZoombild vorhanden

Üppig fruktifizierende Tanne (Foto: Th. Immler)

Die Tannenverjüngung, die sich im Schutz des Zauns zahlreich entwickelt hat, kann zur Gewinnung von sogenannten Wildlingen dienen. So bezeichnet der Förster ein- bis fünfjährige Bäumchen, die aus der dichten Naturverjüngung mit einer Grabgabel ausgehoben und anschließend an anderer Stelle wieder eingepflanzt werden. Tannenwildlinge sind bereits an die schattige Waldumgebung angepasst und die an den Wurzeln anhaftenden, nützlichen Pilzgeflechte werden mitverpflanzt. Sie eignen sich daher besonders für den Waldumbau unter dem lichten Schirm von klimainstabilen Baumarten wie Kiefern oder Fichten.
TannensämlingZoombild vorhanden

Tannensämling
(Foto: H. Eiber)

Da die Tanne vom Rehwild gerne verbissen wird und sich dieser Effekt mit der Seltenheit ihres Vorkommens noch verstärkt, müssen die ausgebrachten Wildlinge i.d.R. einzeln geschützt werden.
Die Verwendung von Wildlingen aus dem eigenen Wald wird vom Staat gefördert und es lassen sich gegenüber einer Pflanzung mit angekauften Baumschulpflanzen rund 50% der Kosten einsparen. Die natürliche Verjüngung des Waldes ist ein Geschenk - Waldbesitzer sollten es nutzen!

Weiserzaun und Wildverbiss

Ca. vierjährige, vitale JungtanneZoombild vorhanden

Ca. vierjährige, vitale Jungtanne (Foto: H. Eiber)

Der Einfluss der Rehe auf die Waldverjüngung ist an diesem Zaun gut zu erkennen. So kommen außerhalb des Zauns kaum mehr Sämlinge verbissempfindlicher Baumarten vor.
Die wenigen aufkommenden Tannen werden durch den teils jährlich wiederholten Verbiss des Wildes in ihrem Höhenwachstum gehemmt und von den Fichten überwachsen.
Der Forstmann spricht von einer weisenden Funktion des eingezäunten Waldbestands. Er zeigt, welche Baumarten sich auf natürliche Weise ohne den Einfluss durch das Wild einstellen und durchsetzen.

Wildverbiss erfassen und beurteilen

Anfahrtsbeschreibung

Von Amberg oder Sulzbach-Rosenberg auf der B 85 kommend, biegen Sie in Höhe der Discothek "Happy Rock" auf die Kreistrasse AS 35 Richtung Illschwang ab. Sobald Sie die Ortschaft Pürschläg erreichen, folgen Sie unserer Skizze (BayernAtlas) und erreichen den Vorzeigebestand im "Hirtangerholz". Stellen Sie bitte ihr Auto an dem in der Skizze mit P gekennzeichneten Platz vor dem Wald ab.

Lageplan - BayernAtlas Externer Link